2009 war mit Sicherheit ein Jahr voller Höhen und Tiefen, betrachtet man die Ereignisse abseits der "Plastikszene".
Unseren Jahresrückblick wollen wir mit dem zugegeben trockenen Thema Felspolitik beginnen, denn hier hat mit Sicherheit das größte Auf und Ab stattgefunden.
Vor allem die IG's unserer Breiten haben hier großartige Arbeit geleistet. Die Kartierung der Felsobjekte in NRW ist einen großen Schritt vorangekommen und damit ist in einigen Landkreisen der Grundstein für eine nachhaltige Kletterregelung gesetzt worden.
Die ersten sichtbaren Ergebnisse dieser Arbeit zeigen sich in einigen neu gewonnenen Klettergebieten, wie z.B. die Aue-Wingeshausen oder die Borghauser Wand im Lennetal.
Auch der Hillenberg bei Warstein wurde dank vieler ehrenamtlicher Helfer eine gutes Stück vorangetrieben, so dass wir uns für 2010 auf ein tolles weiteres Klettergebiet freuen können.
Ebenfalls positiv zu bewerten ist das Ergebnis der Verhandlungen im Klettergebiet Ettringen, wo sich die Klettersportvertreter und Naturschutzverbände auf eine für uns akzeptable Regelung einigen konnten.
Besonders erwähnen möchten wir an dieser Stelle noch die sehr positive Zusammenarbeit zwischen Kletterern und Naturschutzvertretern im Bochumer Bruch. Auch in 2009 konnte das Uhu-Pärchen in diesem Steinbruch eine erfolgreiche Brut aufweisen und durch, mit dem Naturschutz abgestimmter, Pflegemaßnahmen das Gebiet erheblich aufwerten. Somit ist dieses kleine Gebiet bei Mettmann ein Musterbeispiel für ein sehr positives Nebeneinander von Klettern und Naturschutz.
Leider brachte 2009 auch herbe Rückschläge.
In einigen Gebieten wurden Fakten geschaffen, die nicht gerade als Zeichen vorhandener Kompromissbereitschaft zu werten sind. Ohne nähere Ortsangaben zu nennen, wurden in einigen Steinbrüchen Haken einfach abgesägt – als wenn das der Weg wäre, das Klettern einzuschränken. Somit gehören einige der schwierigsten Klettermeter NRW’s wie G-Spot (8c), FinLine (8c+) und Gladiator (9a+) vorerst der Geschichte an.
Das mit Abstand größte politische „ad Absurdum“ in 2009 ereignete sich mal wieder im Land der Kiesel. Jeder der auf der „100 Jahre Klettern in der Nordeifel“ Veranstaltung gewesen ist erinnert sich bestimmt noch an die Versprechen von Landrat Spelthan. Nicht nur, dass sich seine Aussagen offensichtlich als „hohle Nüsse“ herausgestellt haben, auch wurden viele Tausend Euro in ein Gutachten gesteckt dessen Endaussage eventuell schon im Vorfeld festgestanden hat. Mit der Umsetzung der Rahmenvereinbarung NRW auf die Felsen bei Nideggen ist auf jeden Fall nichts geworden und man kann die Verhandlungen als vorerst gescheitert ansehen.
Nennen wir das Kind mal Subkultur
Womit wir das Klettern und Bouldern außerhalb der Kletterhallen meinen.
Im Zuge der vielen Konflikte mit dem Naturschutz hat sich hier der Trend zum „Geheimhalten“ leider weiterentwickelt und Jeder kocht hier offensichtlich sein eigenes Süppchen.
Die sportlichen Highlights setzten 2009 die beiden Jung Brüder. Mit Schokolade 11- und Old Shatterhand 11- hat Daniel unsere Region um zwei Top Routen bereichert.
Im Ruhrtal hat uns unser „Felsenbauer“ mit dem Nangilima ein weiteres Bouldergebiet geschenkt und das Nangijala am Baldenaysee mit viel Liebe für’s Detail noch schöner gemacht.
Auch an unseren geliebten Sandsteinblöcken in der Südeifel sind viele neue Boulder entstanden. Einer der Topsektoren in diesem Gebiet wurde aus seinem 15-Jährigen Winterschlaf erweckt und zählt heute mit Sicherheit zu den absoluten „Must Do’s“.
Einen Guten Rutsch ins Jahr 2010!
Euer stonevibes Team |