
Yosemite Valley 2006

[Ein Erlebnisbericht von Thilo Gärtner (Photos), Michael Kleine (2. Teil) und Arne Petersen (1.Teil)] 


Teil I - THE NOSE

Es ist einige Jahre her, dass ich unter dem riesigen Granitmonolithen des El Capitans im Yosemite National Park stand und von dieser unvorstellbaren Höhe dieses Monstrums erschlagen wurde. Ohne Fernglas wirkten die vereinzelten Kletterer, die ich ausmachen konnte, so dermaßen klein und verloren, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, wie sie es überhaupt nach oben schaffen wollten. Trotzdem, ich war schwer beeindruckt und wusste, dass ich es eines Tages auch versuchen werde.
Die Jahre vergehen und plötzlich steht der Plan: Micha, Thilo und ich haben uns als Kletter-Team gefunden, die Flüge sind gebucht und die Haul Bags organisiert. Friends und andere Klemmgeräte sind von Freunden zum großen Teil geliehen und selbst unsere Klettertechnik konnten wir Dank des genialen Klettergebietes in Mayen nahe bei Koblenz verfeinern und auf die Anforderungen des Valleys anpassen.
Als wir endlich im Flieger sitzen und es nun wirklich losgeht, können wir es noch gar nicht so richtig begreifen. Zu unwirklich ist die Vorstellung, dass wir gut drei Wochen im Yosemite Valley verbringen dürfen. Vielleicht rührt die eher gelassene Stimmung aber auch daher, dass wir alle froh sind, nach einer rauschenden Hochzeitsfeier am Vortag nun im Flieger ein wenig Schlaf zu finden.
Bei der Ankunft in San Francisco sind wir leider nicht viel fitter. Das Schlafdefizit hat sich weiter vergrößert und die lange Schlange am Einreiseschalter nervt uns an. Erfreulicherweise geht die Abfertigung am Zoll dann doch überraschend schnell und jeder Beamte, der unsere sechs Riesengepäckstücke sieht, ist sofort viel freundlicher, sobald wir mitteilen, dass wir keiner Terrororganisation angehören und die Haul Bags nicht zum Bombenlegen, sondern zum Klettern im Valley gedacht sind. Von der „Nose“ haben einige sogar schon gehört. Der große Horror, alles auspacken zu müssen, bleibt uns also erspart und ehe wir uns versehen, sitzen wir im geupgradeten Minivan und können unser Glück kaum fassen:

Riesen Wagen, alles vollautomatisch, mit DVD und sonstigen Spielereien und vor allem: Platz satt! 
San Francisco rauscht an uns vorbei und die Fahrt ins Valley läuft wie ein Film vor unseren Augen ab. Wir sind todmüde und ein Fahrerwechsel folgt dem nächsten. Erst am späten Abend erreichen wir in der Dunkelheit den Eingang des Parks. Etliche Serpentinen weiter stehen wir tatsächlich auf den Meadows. Über unseren Köpfen ragt der riesige Koloss des El Capitans als schwarze Wand hervor und sticht in den sternklaren Nachthimmel. Wir sind überwältigt und stehen minutenlang da. In der Wand leuchten vereinzelt, kaum wahrnehmbar, Lampen auf. Wir mutmaßen, dass es bei so einer Nacht traumhaft sein muss da oben im Biwak zu sitzen und den Blick ins Tal zu genießen.
Uns wird klar, wir sind angekommen.
Berauscht steigen wir ins Auto und fahren zum Camp IV, unserem anvisierten Campground. Leider zu spät, kein Platz und keine Erlaubnis zu parken. Uns ist es egal. Nachts wirkt das Valley so ausgestorben, wir sind uns sicher, dass es hier niemanden interessieren wird, wenn wir hier irgendwo versuchen zu pennen. Vor einer Lodge parken wir und schlafen zu dritt im Auto. Endlich. 
| Erst später werden wir erfahren, dass wir damit gegen etliche Parkvorschriften verstoßen haben und durch Lebensmittel im Fahrzeug sogar Bärenangriffe riskiert haben... egal, so übermüdet würden wir es sofort wieder tun. Als wir gute zwei Stunden Schlaf abgeholt haben, wird es wieder hell. Wir steigen aus und fühlen uns wie neu geboren. Sicher sind wir noch immer müde, aber wir haben wieder einen klaren Kopf. Das Valley beginnt langsam zu erwachen und über uns donnert der 180 Meter hohe Upper Yosemite Fall in die Tiefe.
Mit Café und Donuts beladen, sitzen wir vor dem Camp IV und bekommen als erste an diesem Tag das Wochenpermit. |

Mehr ist erst einmal nicht drin. Wir bauen die Zelte auf und erkunden das Camp. Dass hier so viel Geschichte geschrieben wurde, kann man sich im ersten Moment gar nicht vorstellen, doch die Atmosphäre und die Leute im Camp werden uns schnell begeistern und eines Besseren belehren. Was wir bei unserem ersten Rundgang suchen, steht direkt am Klohaus und ist nicht zu übersehen: Der legendäre Columbia Boulder. Um die Ecke erscheint auch sofort der Blitz des Midnight Lightning, wohl der berühmteste Boulder der Welt. Stolz legen wir die Hand auf den Fels und können spüren, wie berühmt er sein muss – die Griffe sind so dermaßen abgespeckt, dass man sich mit dem aufgelagerten Fett fast ein Butterbrot schmieren könnte. Zum Glück wird dies das einzige abgegriffene Stück Fels sein, dass wir berühren werden. 
Erster Felskontakt. In den ersten Tagen gewöhnen wir uns schnell an das Valley und die Lebensweise. Es ist einfach herrlich, so viel Natur, Felsen, Klettermöglichkeiten ohne Ende und zum Supermarkt sind es nur fünf Minuten. Dort wird man dann aber auch leider von den Touristenmassen überrannt. Zum Glück kommen diese Heerscharen aber nicht an die Felsen oder ins Camp. Dort trifft man überwiegend Kletterer aller möglichen Länder, kann schnell erste Kontakte knüpfen und wichtige Informationen zu seinen Routen einholen oder Tricks erfahren, wie man den legalen Aufenthalt im Valley um einige Wochen verlängern und durch kostenlose Duschen versüßen kann.
Unsere ersten Klettertouren beeindrucken uns sehr. Wir merken schnell, dass wir doch eher auf europäische Absicherungsmöglichkeiten eingeschossen sind und auch das ständige Rissklettern ist dann doch noch mal was anderes als in den Basaltrissen von Mayen. Aber wir gewöhnen uns zügig um und auch das ewige Rumhandtieren mit den Klemmgeräten wird zur Routine, dass es bald sogar richtig Spaß macht. 
Vorbereitung auf die Nose. Spätestens nach Michaels üblem Sturz in der Mehrseillängenroute „Central Pillar of Frenzy“ ist uns klar, dass auch ein alter Wild Country Friend durchaus in der Lage ist, einen acht Meter Sturz zu halten. Außer einer dicken Kniescheibe und einem geprellten Daumen trägt Micha keine weiteren Schäden davon, was Thilo und ich kaum fassen können, da wir schließlich mit ansehen mussten, mit welcher Wucht er in die Rissverschneidung reinprasselte. Micha schüttelt sich aber nur kurz und steigt die Seillänge sogar noch zu Ende. Danach übernehme ich die Führung und stelle fest, dass auch ich nach Michas Flugshow für die nächste Seillänge doch eher wacklig auf den Beinen stehe.
An den Standplätzen halten wir uns recht lange auf und üben uns zum ersten mal im Haulen. Was haben wir uns da angetan? Der Haulbag ist fast leer und will sich trotzdem kaum bewegen. Für unseren Versuch an der Nose planen wir, mit zwei vollen Haul Bags loszulegen und uns wird klar, dass es hart werden wird.

In den nächsten Tagen steht hoher Besuch an: Kira und Jeff haben sich angekündigt und wollen zum Klettern vorbeischauen. Beides sind Freunde von Micha, die extra aus Canada bzw. San Francisco angereist sind.
Wir verbringen unvergessliche Tage mit Ihnen beim Klettern, Wandern und Feiern, dass die Zeit nur so vorbei rast. Wir steigen zu den Upper Yosemite Falls hinauf und holen uns dort die kälteste und monströseste Dusche, die man im Valley haben kann. Gemeinsam frühstücken wir morgens auf den großen Wiesen vor dem El Capitan, den El Cap Meadows und beobachten gemeinsam mit einer Horde anderer Kletterer die Huber Buam, wie sie sich fast rennend bemühen den Geschwindigkeitsrekord der Nose zu knacken.
Für uns eine tolle Demonstration des Routenverlaufs, zumindest des ersten Wanddrittels, danach sind sie bald nur noch Punkte, die ohne Fernglas gar nicht mehr auszumachen sind.
Die Besuchszeit ist um und unsere Freunde verlassen uns schweren Herzens. Trotzdem sind wir durch die schönen Tage angefixt und können es nun nicht mehr erwarten, endlich in unser Projekt einzusteigen:



Die Nose

Schnell ist eine Strategie gefunden:
Da wir als Dreierseilschaft in die 1000 Meter Wand der Nose einsteigen wollen, planen wir drei bis vier Tage und somit fast vierzig Liter Wasser ein. Die Haul Bags sind so schwer, dass wir sie einzeln schon kaum tragen können.
Wir steigen die ersten vier Seillängen zum Sickle Ledge ohne Haul Bags auf und haben vor, uns so an die riesenhafte Granitwand der Nose zu gewöhnen. Die Kletterei gestaltet sich hier unten im z. T. leicht geneigten Gelände als gar nicht allzu schwierig, so dass wir hoch motiviert sind und uns bestätigt fühlen, den Anforderungen gewachsen zu sein. Trotzdem fühlen wir uns unter dieser monströsen Wand einfach unbedeutend klein. Selbst als wir gut 180 m höher das Sickle Ledge erreichen, hat man noch immer das Gefühl, unten zu stehen. Wenn man den Blick dann allerdings von der Wand weg zum Tal richtet, bekommt man schnell einen ersten Eindruck der Höhe und des Ausblickes, der uns die nächsten Tage begleiten wird.
Wir seilen erst einmal die vier jeweils 50 m langen Abseilpisten hinab, die sich direkt unter dem Sickle Ledge erschließen. Die Granitwand ist hier über die komplette Strecke senkrecht und völlig strukturlos. Über diesen Wandbereich werden wir auch unsere Haul Bags hochziehen.
Im Camp sprechen wir uns mit einer französischen Seilschaft ab, die wir gerne vorbeilassen, schließlich sind sie nur zu zweit und werden so viel schneller sein. Da sie nur mit zwei Seilen einsteigen wollen, werden wir ihre zurückgelassenen Fixseile über der Haulstrecke entfernen, nachdem sie in der 5. Seillänge verschwunden sind und wir unsere installiert haben.
Am nächsten Morgen starten wir also sehr früh, um auf dem Sickle Ledge die Franzosen zu erwarten. Bevor wir aber mit Stirnlampen die 180 m erklimmen können, macht die Batterie unseres Autos schlapp. Wir haben über Nacht zu viele Akkus aufgeladen...
Micha beweist sich mal wieder als Organisationstalent und hat binnen fünf Minuten einen laufenden Motor samt Startkabel aufgetrieben. Starke Leistung für 5.30 Uhr in der Früh. Es kann also losgehen, Thilo und ich steigen keuchend mit den ersten Sonnenstrahlen zum Sickle Ledge auf. 
Erster Sonnenaufgang ind der Wand. Der Ausblick ist wieder herrlich, nur dass es unser erster Sonnenaufgang in der Wand des El Capitans ist. Wir grinsen über beide Ohren. Kurz danach erreichen uns auch die Franzosen und beireiten sich auf die fünfte Seillänge vor. Man wünscht sich alles Gute und hofft sich in vier Tagen im Camp auf ein Bier wiederzusehen. Da wir erst einen Tag nach Ihnen starten wollen, werden wir sie die ganzen Tage auch in der Wand nicht mehr zu Gesicht bekommen. Kaum haben sie sich fertig gemacht, beginnen wir mit dem Haulen. Micha steht noch unten am Wandfuß und hängt die beiden Haulbags in unsere drei aneinander gebundenen 60 m Seile ein und wir beginnen, oben zu ziehen. Und es bewegt sich natürlich nichts...
Wir testen alles aus: Seilrollen, doppeltes Flaschenzugsystem, keine Chance – zu groß ist die Seildehnung der Kletterseile. Als nächstes versuchen wir es über das Body Hauling. Hierzu hängt der erste als Gegengewicht an dem umgelenkten Seil, welches durch eine große Seilrolle läuft und hier im Falle eines Zurückrutschens blockiert wird. Ein zweiter steht nun oben und zieht zusätzlich am Seil. So viel zur Theorie. Ich lehne mich also aus der Wand und hänge völlig frei am Seil. Oben steht Thilo und zerrt mit aller Kraft am Gewicht und siehe da, es funktioniert!
Unser Tun wird im Tal genauestens analysiert. Prompt erscheinen unten zwei Photographen mit ihren Teleobjektiven und Stativen, die unbedingt das „Body Haulen“ ablichten möchten. Micha fragt über Funk bei uns nach, ob wir Einwände hätten. Ungläubig sehen Thilo und ich uns gegenseitig an. Es ist uns völlig wurscht, wird schuften weiter und versuchen, Strecke zu machen.
Jedes Mal, wenn Thilo oben Gas gibt, mache ich einen abrupten Abgang von gut einem Meter, dafür kommen unsere Haul Bags immer näher. Um aber nicht zu viel Höhe zu verlieren, steige ich bald gleichzeitig an dem Seil, an dem ich hänge, mittels Steigklemmen wieder auf. Eine kraftraubende Tätigkeit, schließlich gibt es alle paar Sekunden einen Meter nach. Es gelingt uns auch, die Knoten der ersten zwei Kletterseile zu passieren, so dass Thilo und ich bald gemeinsam am letzen 60 m Strang zerren und die Haul Bags überglücklich auf das Sickle Ledge heben. Man kann sich das so vorstellen: Man steht auf einer gut 1m breiten Plattform oben auf dem Düsseldorfer Fernsehturm und versucht einen 70-Kilo-Mann über drei dehnbare Kletterseile hochzuziehen. Die Bags nur über jeweils eine Seillänge zu bewegen, ist aufgrund der geringeren Seildehnung erheblich leichter, was uns am nächsten Tag trotzdem noch alle Mühe bereiten wird.
Wir nutzen die Gunst der Stunde und klettern sogar bis auf Seillänge sechs, um hier den schwereren Bag zu deponieren. Den halbgefüllten zweiten Hauli belassen wir auf dem Sickle Ledge, schließlich werden wir hier am nächsten Morgen noch unsere drei Schlafsäcke einfüllen müssen, da wir weiter oben für die nächsten 10 Seillängen keine Möglichkeit mehr dazu haben werden, bequem die Bags zu beladen.
Wir seilen ab und haben für diesen Tag erst einmal Feierabend. Wir gönnen uns eine Dusche und beschließen, den Abend gemütlich anzugehen. Alle Vorbereitungen sind nun abgeschlossen und wir können nun keinen Rückzieher mehr machen.

Jetzt gehts los! Um vier Uhr ist die Nacht zu Ende und wir verlassen unser Camp. Das Auto wird direkt an den Meadows geparkt und wir wandern mit unseren Stirnlampen und den Schlafsäcken zum Wandfuß. Ein bisschen mulmig ist uns schon, wir sind noch müde, aber hoch konzentriert. Wieder steigen wir zum Sickle Ledge auf, nur dieses mal ziehen wir noch unsere Schlafsäcke hinter uns her.
Wir sind schnell und nach kurzer Zeit erreichen wir auch Seillänge sechs.
Es kommt langsam Wind auf, es ist sonnig, aber trotzdem kühl. Die Wand ist nun meistens senkrecht, so dass die Standplätze reine Hängestände sind.
Wir müssen einige Querungen überwinden, doch trotzdem gelingt es uns die beiden Säcke ab Seillänge sechs in einem nachzuhaulen. Wir beschließen aber, dass wir viel trinken und essen müssen, um sie für die nächsten Tage leichter zu machen.
Die einzelnen Seillängen sind ein Traum. Vieles ist frei zu überwinden, eher selten greife ich zu den Trittleitern. Den Stoveleg Crack, eine Risslinie wie aus dem Bilderbuch, lassen wir unter uns und wir nähern uns langsam dem Dolt Tower. Kurz vorher, an einer kleinen Rastposition, gebe ich die Führung an Micha ab.
Es ist der Beginn der elften Seillänge und ich brauche dringend eine Pause. 
Micha legt los und kurze Zeit später stehen wir auf dem Dolt Tower, können frei stehen und genießen es die Gurte zu lockern. Wasser und Powerriegel gehen weg wie warme Semmeln und auch unsere „Shots“ (so was wie ein Schluck flüssiger Powerbar) werden inhaliert. Rechts neben uns ragt der El Cap Tower, unser eigentliches Tagesziel empor und erinnert uns daran, dass wir noch zwei lange Seillängen vor uns haben. Wir lassen uns Zeit und haben das Gefühl fast angekommen zu sein. Micha steigt weiter vor und überwindet die nächste wirklich fiese und stark ausgesetzte Seillänge.
Es hat längst zu dämmern begonnen und wir schalten unsere Stirnlampen ein. Der Absatz des Towers ist in Sichtweite, doch Micha kann den Quergang zu ihm hinüber nicht ausmachen und steigt an ihm vorbei, so dass er gezwungen ist in völliger Dunkelheit ein gutes Stück abzuklettern. Bei Tageslicht wäre der Weg eindeutig gewesen, doch haben wir auf dem Dolt Tower zu viel Zeit vertrödelt. Aber Micha steigt mutig weiter und schenkt dem saugenden tief schwarzen Abgrund unter ihm keine Aufmerksamkeit.
Nach diesem unfreiwilligen Umweg stehen wir nun auf dem El Cap Tower und richten unser Nachtlager ein. Hier gestaltet sich der Aufbau als sehr einfach, schließlich haben wir eine nahezu ebene Fläche, auf der die Haul Bags frei stehen können und wir mehr als ausreichend Platz zum Liegen finden. 
Das Feeling! Wir unternehmen nun wirklich alles, um unser Tempo die nächsten Tage zu beschleunigen: Wir essen und trinken, bis nichts mehr hinein geht. Auch unsere Treckingnahrung, eine vier Personen Portion Nudeln mit Fleischsoße, schmeckt hier oben köstlich. Durch unseren Kocher gibt es nicht nur warme Speisen, sondern auch Café!!! Jetzt haben wir endlich unser Feeling, das wir hier oben genießen wollten: Bei schönstem Wetter ins Tal hinhab sehen, die Beine baumeln lassen und den Moment genießen. Der Sternenhimmel ist fantastisch und der Wind hat vollkommen abgeflaut.
Ich habe mich immer gefragt, ob man in so einer großen Wand überhaupt schlafen kann. Nun kommen mir aber keine Zweifel mehr auf. Wir sind alle so hundemüde, dass wir diese Nacht hervorragend schlafen können und am nächsten Morgen sogar verschlafen. Als ich die Augen öffne ist es schon hell und auch Micha und Thilo sind noch tief im Schlafsack eingemummelt. Wir genießen die milde Wärme des neuen Tages und während wir uns für die heutige erste Seillänge startklar machen, wünschen uns Thomas und Alexander Huber einen guten Morgen, während sie keuchend an uns vorbeiziehen. 
Weiter gehts! Nun wieder neu motiviert und von der Gemütlichkeit des Frühstücks voll revitalisiert, starten wir gegen zehn Uhr die erste Seillänge. Leider weiss ich genau, was mich nun erwarten wird: Ich werde zur Texas Flake hinauf steigen und zwischen ihr und der Wand des El Caps einen zehn Meter hohen Kamin erklettern müssen. Einer Kletterpartie, die schon viele Seilschaften zur Umkehr gezwungen hat.
Der Einstieg in diesen Kamin gestaltet sich allerdings wesentlich schwerer als ich erwartet hatte: Gute zwölf Meter über unserem Schlafplatz macht man einen Knick hinter die Flake. Doch um in den Kamin zu gelangen, muss man eine 2,5m hohe und überhängende Stufe passieren, die durch einen dreißig Zentimeter breiten Schlitz in den Kamin führt. Mit Kletterausrüstung geht dies also nur in Querstellung, ohne dass man sich dabei mit den Füßen oder Händen halten kann. Ich habe während meiner robbenden Bewegung ständig das Gefühl, wieder herauszurutschen und bin froh, nur das Nötigste am Gurt zu haben. Behängt wie ein Weihnachtsbaum, könnte man diese Engstelle nicht passieren.
Das erste Hindernis ist geschafft und ich stehe mitten im Kamin. Hier unten erscheint die Kletterei noch leicht, mit Knieschützern ist es ein leichtes, Füße und Knie gegeneinander an den zwei Wänden zu verklemmen. Aber schon nach wenigen Zügen funktioniert dies nicht mehr. Zum Verkeilen ist er nun zu breit und die klassische Kaminstemmtechnik ist erst bei einem breiteren Felsgebilde anwendbar. Ein wirklich fieses Gefühl: Keinen Sicht- oder Rufkontakt zu den Kletterpartnern, links und rechts von einem lauert in einigen hundert Metern der Talgrund und der einzige Haken im Kamin ist so niedrig gesetzt, dass ein Abrutschen im Kamin auf seinem Sockel enden würde, wenn man nicht vorher sogar als lebendiger Klemmkeil stecken bleiben würde. Doch diese Horrorvision schiebe ich nach kurzer Pause beiseite und erreiche, rhythmisch robbend aber unter voller Anspannung, die Kante der Texas Flake, schwinge mein rechtes Bein über den Sims und ziehe meinen Körper hinterher. Ich bin überrascht, mein Fuß baumelt schon auf der gegenüberliegenden Seite herunter. Die Texas Flake ist wirklich verdammt schmal! Mich wundert es fast, dass sie bei meiner Stemmtechnik nicht nachgegeben hat. 
Erste Psychoprobe. Der Jubel unten auf dem El Cap Tower ist groß! Thilo und Micha mussten schließlich eine ganze Weile warten, bis sie mich nun wieder sehen konnten. Schnell ist der Stand gebaut und die beiden sind auf dem Weg zu mir. Die Spitze des Flakes ist zwar bei weitem nicht einer der ausgesetztesten Stände der Tour, für mich aber trotzdem sehr beeindruckend.
Ich bin von nun an völlig gelöst und eine große Last ist von meinen Schultern genommen. Mir ist bewusst, dass noch erheblich schwierigere, vor allem technisch anspruchsvollere Kletterstellen auf uns warten, doch diese Psychonummer habe ich hinter mir. Nun bin ich absolut sicher, dass wir alles Kommende ebenso schaffen können.
Gleich die nächste Seillänge wartet mit einer schwierigen Einzelstelle auf: Freiklettern ist hier undenkbar und es gilt, sich bis zum rettenden Handriss der Boot Flake, von einer kurzen Hakenleiter über einen feinen Haarriss hinter einer Schuppe, zu schummeln. Laut Mash, eines uns bekannten Nose-Besteigers, der uns mit wertvollen Tipps versorgte, eignet sich für diese Einzelstelle ein s.g. Cam Hook, der leider die Eigenschaft besitzt, dass er bei falscher Belastung und ungewollter Entlastung direkt wieder aus dem Riss fällt, da er selbst keine Klemmwirkung erzielen kann. Ohne es zu wissen, hatte ich mir vor unserer Tour den kleinsten Ballnut zugelegt, der an dieser Stellen sitzt, als wäre er hierfür gemacht. Er klemmt wesentlich besser und ist für kleinste Risse gedacht, wo andere Geräte längst versagen. In ihm stehend, erreiche ich voll ausgestreckt den Handriss und es kann weitergehen.
Oben auf dem Boot Flake angekommen, heisst es nun für mich wieder hinabzuseilen. Die kletterbaren Strukturen haben ein Ende gefunden, dass nächste parallele Risssystem soll erreicht werden.
Auf uns wartet die wohl bekannteste Spaßaktion dieser Tour: 
King Swing. Am gut 20 m ausgelassenem Seil beginnt man wie ein Blöder durch Hin- und Herlaufen am Fels, den nächsten Riss zu erreichen. Nach kurzen Testläufen, um die benötigte Seillänge abschätzen zu können, starte ich meinen ersten Versuch und bekomme im Hechtsprung eine Kante zu fassen. Micha gibt Seil nach und ich kann mich um die Kante in eine Verschneidung ziehen, von der aus der nächste Riss entspringt, welcher uns weiter nach oben leiten wird. Dies ist auch der Punkt, an dem die leichtere und schnellere Variante der Jardin Traverse wieder auf den eigentlichen Routenverlauf der Nose trifft.
Bald hängen wir am Stand der 18. Seillänge, einem einzigen Bolt, den wir mit ein paar Friends hintersichern. Eigentlich steht nun eine eher technische Seillänge auf dem Programm, von deren Ende man sich dann zum nächsten Stand schwingen soll. Erneut ein zeitaufwändiges Unterfangen.
Wir entschließen uns aber, eine frei kletterbare Variante zu wählen. Eine mit fünf Bolts abgesicherte Seillänge im achten Schwierigkeitsgrad zweigt hier ab, welche schließlich genau auf den Stand trifft, den wir sonst nur schwingend erreichen würden.
Mit dem Nötigsten und einigen Runnern beladen, steige ich also ein und genieße es, dieses herrliche Stück Fels und ohne großen Materialaufwand und störendem Zusatzgewicht klettern zu dürfen. Die Haken sitzen genau da, wo man sie brauchen könnte und die Kletterei ist lohnend und fantastisch ausgesetzt. Mir entweicht das ein oder andere mal ein begeistertes „Jeah!“ oder ein sonst von unserem Kletterkumpel Ralf oft gehörtes “ Boah, is datt geil!“
Nachmittags stehen wir einige kraftaufwändige Querungen weiter auf dem Biwakplatz des Camp IV und wir beschließen, es heute ruhiger anzugehen und für diese Nacht hier zu bleiben. 
Great Roof. Der geometrisch perfekte Riesenüberhang des Great Roofs überragt uns und zeigt uns die erste Hürde des nächsten Tages an. Das obere Wanddrittel ist völlig verdeckt, so dass man fast meinen könnte, man befände sich kurz unterhalb des Gipfels. Der Tiefblick ins Tal ist wunderschön und heute können wir auch den Sonnenuntergang genießen. Wir sind bei weitem nicht so geschafft wie am Vortag, machen es uns hier oben gemütlich und genießen unser Dasein. So drohend wie das Great Roof über uns hervorragt, so schnell wird es aber auch vertraut und bald fühlen wir uns unter ihm geborgen. Thilo erkennt sogar ein wachendes Auge, welches die Spitze dieses Daches verziert.
Von hier oben ist es nun ganz anders herum, als unten stehend. Touristengruppen am Talgrund sind nun noch schwer auszumachen, sobald sie sich auflösen, um ihren Bus zu besteigen, verschwindet jeglicher optische Eindruck. Einzelpersonen sind einfach nicht mehr auszumachen.
Die Nacht ist wieder herrlich ruhig und sternenklar. Wir liegen noch lange wach und beobachten den Himmel. Thilo und Micha schlafen auf den zwei kleinen Stufen, des Camp IV, ich bin ein gutes Stück abgeseilt und habe einen kleinen Sims gefunden, auf dem ich zumindest mit dem Oberkörper gerade liegen kann. 
Mein Hintern und die Beine rutschen aber ständig ab, so das ich sie mit Schlingen zusätzlich sichern muss. Der Komfort des El Cap Towers ist hier leider nicht mehr gegeben und ich beschließe dies der Reiseleitung zu melden. Dafür funktioniert hier oben mein Handy endlich wieder und ich Telefoniere kurz mit meiner Freundin. Ein komisches Gefühl, weit abgeschnitten in dieser riesigen Wand zu hängen und sich trotzdem überhaupt nicht einsam zu fühlen.
Am nächsten Morgen geht alles viel schneller. Wir sehen zwar noch verquollen aus, fühlen uns aber frisch und es kann früh losgehen. 
Um halb acht habe ich die Seillänge zum Roof bereits geschafft und steige nun in diesen feinen Riss ein. Einzelne Züge gelingen frei, der Großteil geht dann aber doch mit kleinen Friends und Leitern leichter und sicherer. In der Dachverschneidung ist an freie Kletterzüge gar nicht mehr zu denken.
Der Riss ist so fein und dazu noch grün-glitschig versuppt, dass ich vor Mrs. Hill nur meinen Hut ziehen kann. Der Zug am Dachwinkel geht wieder frei und einige Meter weiter ist die Querung zum Stand beendet. Nun ist Micha an der Reihe. Geschickt und schnell steigt er auf und entfernt alles, was ich gelegt habe. Währenddessen lässt Thilo unten die Haul Bags aus der Wand schwingen. Ich bin überrascht. Nun wird es wirklich überhängend. Die Bags schwingen weit aus und schweben gute siebenhundert Meter über dem Waldboden.
Thilo wird diese Achterbahnfahrt auch absolvieren müssen, sobald Micha bei mir angekommen ist. In der Dachverschneidung ist das Cleanen jedoch ziemlich anspruchvoll, da man kein Material zurücklassen möchte und somit große Pendler in Kauf nimmt. Vor jedem Pendler rutscht ihm ein „Ich hab echt schiss“ heraus, womit er sich aber eher selbst anfeuert.
Wirkliche Angst scheint er aber keine zu haben, dafür sehen seine Bewegungen viel zu abgestimmt und flüssig aus. Abgekämpft und glücklich über die nun völlige Ausgesetztheit, nimmt er bald seinen Platz neben mir am Stand ein. Nun ist Thilo an der Reihe. Unser Seil verläuft ohne Umlenkung von ihm direkt zu unserem Stand. Er lässt sich von seiner Position über ein doppelt genommenes Seil heraus und ab geht die Post – wirklich beeindruckend!
Die nächste Seillänge heißt Pankake Flake und ist klettermäßig ein Traum. Eher leicht als schwer, richtig griffig und bietet einen einzigartigen Tiefblick. Unter mir sind Micha und Thilo mit den Haul Bags und der Seilorganisation beschäftigt und scheinen gar nicht zu merken, wie viel Luft sie unter ihrem Hintern haben.
Sie leisten Großartiges. Während Micha sichert, behält er trotz solch komplizierter Standaufbauten stets die Übersicht über unsere drei Seile und entfernt jeden neu entstandenen Knoten, während Thilo sich um die Haul Bags kümmert. Alles zusammen erfordert viel Geduld, Aufmerksamkeit und Kraft, gerade wenn nach längerem Hängen am Stand der Gurt unerträglich zu drücken beginnt. Und im Cleanen ist Micha einfach ein Held.
An dieser Stelle ergänzt Thilo kurz:
„Kleinlich muss ich hinzufügen, das "der Knoten" sich oft erst am Ende zuzieht. Ich kam stets als letzter an den Stand und holte Seil ein und versuchte einen Einblick in die Seilführung zu bekommen. "Sieht ja gut aus!" dachte ich oft. Als Micha dann zu Arne aufzuschließen begann, entpuppte sich die Ordnung als "Drunter und Drüber" und es begann das nervige Gefriemel mit den Seilen. Glücklicherweise hatte ich immer genügend Zeit, meinen Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen: Ausblick genießen, Rauchen, Fotografieren, Haulen, Jümaren und zuletzt Seile entwirren - da Arne ("The man") einen erheblichen Teil der Haularbeit sozusagen als "Nebenjob" erledigt hat!“
Der ursprüngliche Plan, dass sich Micha und ich alle paar Seillängen abwechseln, ist schon zu Beginn verworfen worden. Micha ist unschlagbar in der Seilorganisation am Stand und wir haben uns aufeinander eingeschossen. Wechseln kostet Zeit und Michas Vorstiegsmoral ist durch seinen heftigen Sturz verständlicherweise etwas angeknackst. Ich weiss aber, dass er jederzeit, sollten meine physischen und psychischen Kräfte versagen, sofort übernehmen würde. Dies spendet mir Kraft und Sicherheit.
Das Haulen gestaltet sich von nun an wesentlich einfacher. Die „Schweine“, wie wir sie seit einigen Längen nennen, sind erheblich leichter geworden und das Festhängen an vorstehenden Felskanten entfällt.
Was wir vorher durch solche haultechnischen Probleme an Zeit verloren haben, geht nun eher auf mein Konto. Die Seillängen werden stetig schwerer zu klettern und ich muss wirklich arbeiten.
Kurz unter dem Camp V verläuft eine ziemlich fiese Offwidth Rissverschneidung. Sie ist leicht überhängend, das Material greift so gerade eben und man verklemmt ständig mit der Hüfte, ohne für Hände oder Füße wirklich Halt zu finden. Ich kämpfe, schimpfe und schwitze mich hinauf. 
Auf dem Camp V erwartet uns wieder eine perfekte Aussicht und Ausgesetztheit. Wir können nebeneinander sitzen und relaxen, doch die nun brennende Mittagssonne saugt unsere Kraftreserven vollkommen aus. Man kann vor Hitze kaum einen klaren Gedanken fassen und es geht heute kein Lüftchen. Micha und ich hängen Material am Standgeflecht auf, um unseren Kopf abwechselnd zu schützen.
Wir sind uns einig, dass weiterklettern bei diesen Temperaturen zu gefährlich ist und gleichzeitig zu viel Kraft und Wasser rauben würde.
Wir pausieren über einige Stunden, bis der erste Schatten in unserer Verschneidung steht.
Sofort steige ich wieder ein und kann im feinen Riss der nächsten Etappe glücklich meinen geliebten Ballnut versenken. Ich beschließe, ihn in der kommenden Nacht mit in den Schlafsack zu nehmen.
Wir erreichen den Glowering Spot, einem kleinen Absatz, der sich seicht unter die nächste abdrängende Rissverschneidung schmiegt.
Ich muss wieder ganz schön kämpfen, so dermaßen drückt einen diese Passage aus der Wand. Ich habe Sorge, ich könnte Thilo und Micha aus dieser Position direkt auf den Kopf fallen. Wie wir später erfahren werden, ist Thomas Huber an dieser Stelle wohl wirklich herausgerutscht und prellte sich sein Hinterteil auf diesem kleinen Absatz unter mir, bevor ihn sein Seil abbremsen konnte. Er hat sicher Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist. Die Stelle ist wirklich eklig. Dank etlicher Friends kann ich diese Passage überwinden und wir erreichen am frühen Abend das Camp VI.
Wir sind von der Hitze ziemlich ausgelaugt und beschließen an diesem Ort eine weitere Nacht zu verbringen. Bis zum Gipfel ist es nicht mehr weit, doch würden wir es niemals vor Einbruch der Dunkelheit nach oben schaffen und dies zu riskieren, nur um in unserem Dreitagesplan zu bleiben, ist uns einfach zu heikel .Wir haben den vierten Tag als Reserve mit einkalkuliert und es erscheint uns sinnvoller, zu rasten und die kühlen Morgenstunden des nächsten Tages für den Aufstieg zu nutzen.
Von der Hitze geplättet fragen wir uns, warum wir überhaupt warme Kleidung und die komplette Sturmausrüstung mitschleifen. Andererseits ist uns natürlich bewusst, dass wir im Falle eines Wetterumschwunges in einem richtigen Sturm hier oben sonst keine Chance hätten.
Bevor wir unser Quartier beziehen, fixiere ich die erste Hälfte der Changing Corners, einer ziemlich gemeinen Passage. Sie soll die letzte Hürde auf dem Weg nach oben werden. Als es wirklich schwierig wird, gebe ich für heute auf. Das Seil hängt zumindest ein gutes Stück, so sparen wir eine menge Zeit am nächsten Morgen.
Wenn man von dem Tiefblick ausgeht, könnte das Camp VI wirklich ein fantastischer Ort sein.
Von der Fläche her erscheint es wie ein kleines Dreieck, dass von einem satten, mehr als handbreiten Riss durchzogen wird. So liegt man mit dem Kopf immer genau im Riss, zumal dieser mit Dingen vollgestopft ist, über die ich hier keine Auskunft erteilen möchte. So schön und atemberaubend die gesamte Kletterroute ist, dieser Ort ist es jedenfalls nicht. Wir können nicht begreifen, warum Seilschaften vor uns ausgerechnet diesen Fleck so einsauen mussten. Diese Nacht schlafen wir kaum. Zu unbequem und zu dicht liegen wir beieinander. Die Stimmung ist zu ersten mal etwas gedrückt, doch schon am Morgen sind wir trotz Schlafmangel wieder guter Dinge.
Ich kämpfe mich nach einem kurzen Frühstück zum nächsten Stand hinauf, immerhin geht die Hälfte der Seillänge zum Warmmachen dank Vorarbeit sogar im Toprope. Der Hängestand der 27. Seillänge ist wieder ein Erlebnis. Ausgesetztheit pur.
Wir arbeiten uns weiter vor, wohl wissend, dass wir dem Gipfel immer näher kommen. Bald stehen wir nach einer kleinen aber spaßigen Dachkletterei auf dem schmalen Sockel des Standes der 29. Seillänge. Die nun folgende kurze Länge bietet bei voller Exposition über dem Abgrund tolle Freikletterei an griffigen Schuppen und lässt sich auch hervorragend absichern. Wirklich ein unvergessliches Erlebnis.
Was darauf folgt, ist zwar spektakulär, da ich mehrere kleine Dächer frei baumelnd überwinden muss, doch handelt es sich hierbei um eine geboltete Hakenspur, so dass ich mich nur von Trittleiter zu Trittleiter hangeln muss. Nach unzähligen selbstgelegten Absicherungen auf unserem Weg bis hierher, ist das Vertrauen in diese Bohrhaken groß, so dass ich keinerlei Zweifel habe. Dreiundzwanzig Bohrhaken und einige Verrenkungen später erreiche ich an der letzten Dachkante den fetten finalen Bolt. Wow! Welch ein unglaublicher Tiefblick. Alles vorher Gesehene kann sich hinten anstellen. Unter mir erstreckt sich die gesamte Kletterroute über eine Höhendifferenz von gut 1000 Metern, Micha und Thilo sind über dreißig Meter unter mir und ich genieße einen Moment die Aussicht. 
Ende in Sicht! Inzwischen ist ein amerikanisches Pärchen unter uns aufgetaucht und hat sich zu den beiden in den Stand geklinkt. Wir hatten sie vorher nur einmal wesendlich tiefer bemerkt, so haben sie uns nun kurz vor dem Ende eingeholt. Aber das stört weder sie noch uns. Später werden sie erzählen, dass sie schon öfter am El Capitan unterwegs waren, was ihre Geschwindigkeit erklärt und uns die Schmach, dass wir langsamer sind, erspart.
Micha macht sich auf den Weg zu mir und sammelt alle Sicherungen ein.
Ich habe nur jeden dritten Haken mit einem Karabiner versehen, so geht ihm diese Strecke trotz der Überhänge recht schnell von der Hand und Thilo kann an seinem Seil aufsteigen. Der nun kommende Pendler aus der Wand sieht von hier oben so abgefahren aus, dass ich am liebsten von hier, der 31. zur 29. Länge wieder abseilen würde, um es Thilo gleich zu tun. Er scheint keine Angst zu verspüren und Micha und mir, die wir hier oben sein Seil verankert haben, vollkommen zu vertrauen. Sicherlich die absolute Voraussetzung für unsere gesamte Aktion, doch werden mir jene Dinge in diesem Augenblick erneut bewusst.
Bevor Thilo den Stand erreicht schaue ich ein letztes Mal von Freude erfüllt und etwas wehmütig hinab und versuche alles aufzusaugen, bevor ich weiter klettere. Zu dritt könnte man hier nicht hängen. Was nun kommt, ist sehr leichtes Gelände, von der Dachkante, an der wir baumeln, geht es über eine kleine Stufe, bis es immer geneigter wird und ich die ersten Sträucher erreiche. Noch einige Meter weiter gelange ich zum ersten Baum. Es ist geschafft, die Hochebene des El Capitans ist erreicht, die Nose ist gemeistert. Ich fixiere das Seil am Baum und erwarte aufgeregt Micha und Thilo. Zuerst erscheint Micha grinsend und schiebt sich über die Kante. 
Dann zerren wir ein letztes Mal unsere Schweine nach oben und als Dritter erklimmt Thilo den Gipfel. Wir fallen uns in die Arme und sind überglücklich. Auf einen Schlag ist der vertraute Tiefblick auf und davon, nur die imposante Sicht ins Tal ist geblieben. Thilo und ich ziehen unsere Gurte aus, während Micha mit der Videokamera begeistert auf und ab läuft. Wir sind uns einig, dass dies jegliche Anstrengung wert war und irgendwie fühlen wir uns ohne unsere Gurte ziemlich nackt.
Eine gute halbe Stunde später erreichen uns auch die beiden Ammies, sie haben sogar ein großes Portaledge hochgezogen. Macht bestimmt Sinn, wenn viel los ist, wir hätten es aber nicht gebraucht.
Nach einer Vielzahl von Gipfelphotos machen wir uns mit dem Pärchen zusammen auf den Weg.
Die Mittagshitze hat uns nun wieder eingeholt und wir stellen fest, dass wir noch gut einen Liter Wasser für uns drei übrig haben. Das muss für den Abstieg reichen. Wir wandern über das nicht enden wollende Granitplateau, die Platten sind eben noch so geneigt, dass man sich zum Abstieg nicht auf den Hintern setzen muss. Dass Gewicht der Haul Bags und der Seile zerrt an unseren Schultern und die Oberschenkel werden langsam wackelig. Wir erreichen ein Rinnsal, woraus wir zwar nicht wagen zu trinken, doch spendet es uns auch so willkommene Erfrischung und die erste Katzenwäsche seit nunmehr drei vollen Tagen.
Wir erreichen die Abseilpiste und freuen uns über die belassenen Fixseile.
Schnell sind wir die vier Etappen hinab geseilt und glauben es nun geschafft zu haben. Der nun folgende Abstieg ist zwar nicht mehr wirklich gefährlich, doch sind wir durch unser Zusatzgewicht dermaßen geschwächt, dass wir uns auf der sehr steilen Geröll- und Schotterrinne, der wir bis ins Tal folgen müssen, oft vertreten und uns unfreiwillig mit Schwung aufs Hinterteil begeben. Das Wasser ist dem Ende nahe und wir teilen uns die letzten Schlucke. Endlich kommen wir in flaches Gelände und die Beine tragen wieder sicher unser Gewicht. Als wir den Parkplatz erreichen, fühlen wir uns gar nicht so schlecht. Nur der Durst wird unerträglich. Ein Familienvater erkennt mit geschultem Blick sofort unsere Bedürfnisse und reicht uns drei eiskalte Bierflaschen aus einer Kühlbox, die er eben aus seinem Fahrzeug gezaubert hat. Wir sehen uns grinsend an, halten uns die tropfnassen Flaschen an die Stirn und stoßen auf unserer gemeinsames Abenteuer an.
Die gesammelten Eindrücke in der Nose und vor allem diesen unglaublichen Geschmack des ersten Schluck perlenden Bieres werden wir wohl niemals vergessen! 
Teil II - Snake dike

Nachdem wir unser Pflichtprogramm El Cap und Seperate Reality abgearbeitet haben, stehen uns noch einige Tage zur freien Verfügung.
Thilos Plan ist es, noch ein wenig durch das Valley zu streunen, um noch mehr Bilder dieser Traumlandschaft zu machen. Aus diesem Plan wird allerdings nur bedingt was werden. Arne und ich sind noch ein wenig unschlüssig, uns jedoch einig, dass wir noch etwas klettern wollen. Ob nun eine kleine Big Wall für 2 Tage oder eben irgendwelche Tagestouren.
Da es sich nun mal nicht vermeiden lässt, im Camp 4 jede Menge nette Leute kennen zu lernen, lassen wir uns einfach inspirieren. Die Franzosen, mit denen wir vor der Nose den Platz geteilt hatten, wollen die Regular Route am Half Dome klettern und versuchten, uns auch dafür zu begeistern. Simon und Simone (kein Witz), ein Paar aus dem Allgäu, welche für mehrere Monate in den USA zum Klettern sind, erzählen uns bei einer der vielen BBQ Runden ihren Plan für den nächsten Tag: Snake Dike am Half Dome. Ich hatte von der Tour noch nie was gehört, Arne schon. Seine Erzählungen von wegen ultralanger Runouts, kaum Möglichkeiten selber was zu legen und langem Zustieg sind erst mal nicht sehr ermutigend. Der Blick in das Topo der Allgäuer bestätigt die Erzählungen. Jedoch steht dort auch eine maximale Schwierigkeit von 5.7 und, dass die Tour sehr beliebt ist. Wie passt das bloß zusammen? Ich bin sofort Feuer und Flamme, Arne ist jedoch noch skeptisch, wohl bedingt durch die Gruselgeschichten die er gehört hatte, vielleicht auch weil sein Nervenkostüm nach seiner großartigen Vorstiegsarbeit in der Nose noch ein wenig Pause verlangt. Während all diesem Palaver kann dann auch Thilo nicht mehr widerstehen und entschließt sich halt auf dem Weg zur Snake Dike schöne Bilder zu schießen. Da ist das Dreamteam also wieder komplett und wir fragen ob es den beiden Allgäuern was ausmachen würde, wenn wir ebenfalls mit in die Snake Dike kommen würden. Der nächste Morgen kommt wie immer viel zu früh, an diesem Tag aber noch früher. Um halb sechs stehen wir nach einem spartanischen Frühstück fix und fertig im Camp 4. Also rein in unseren Luxusvan mit 5 Leuten plus Geraffel und auf Richtung Curry Village. Allzu viel Sicherungsmaterial ist nicht dabei, laut Topo kann man eh nicht viel legen dafür brauchen wir aber genügend Wasser und Verpflegung für einen anstrengenden, sonnigen Tag. Um 6 geht es dann zu Fuß vom Village weiter im Dämmerlicht durch den Wald in Richtung Vernal und Nevada Fall. 
Zuerst immer schön ebenerdig doch dann wird das Terrain steiler. Da der Weg direkt an den Wasserfällen entlang führt, lässt sich eine Dusche durch die Gischt nicht vermeiden.
Schon recht aufgeheizt durch das Wandern, stört das niemanden. Wir treffen oberhalb der Wasserfälle auf den Muir Trail, als uns die Sonne erreicht und die Temperaturen steigen und steigen. Schon können wir die glatt geschliffene Rückseite des Half Dome sehen.
Kaum zu glauben, das dort Routen hochgehen sollen. Die steile Nordwestseite ist zwar viel steiler, aber dafür auch viel strukturierter. Was wir hier sehen, ist einfach glatt und nicht ganz senkrecht. Irgendwann schlagen wir uns dann auf einem unscheinbaren Pfad nach links in die Büsche, weg vom viel begangenen Muir Trail. Die Stille hat uns wieder. Es riecht nach trockenem Sand und dem Harz der Bäume.
Am Anfang ist der Weg noch so unscheinbar, dass wir ein, zweimal ein kurzes Stück umdrehen müssen. Doch dann wird der Pfad deutlicher und es geht weiter in Richtung Half Dome vorbei an dem Lost Lake, einem See der mehr und mehr verlandet. Bis hierhin ging der Zustieg ohne Probleme. Natürlich geht die Pumpe ein wenig und der Schweiß rinnt, aber sonst ist es auch so einfach eine lohnende Wanderung. Das ändert sich aber ziemlich schnell ab dem Augenblick, in dem wir auf die Schulter der Half Domes rauf müssen. Hier stehen wir vor der Wahl, glatte Platten ohne Sicherung raufzuschleichen oder uns entlang der Plattenränder durch Nadelholzgestrüpp durchzumogeln. Wir mogeln uns.
Als wir dann endlich nach insgesamt dreieinhalb Stunden am Einstig ankommen, machen wir erst mal dicke Backen. Drei Seilschaften warten bereits vor uns am Einstieg. Eine davon ist eine 3er Seilschaft mit einer kompletten Anfängerin. Nun denn, es bleibt uns nur, zu warten und ein zweites Frühstück zu uns zu nehmen. Endlich an der Reihe, steigen Simon und Simone zuerst ein.
Einstieg. Als 2er Seilschaft werden sie wahrscheinlich schneller sein als wir drei. Nachdem Arne die meisten Seillängen der Nose vorgestiegen ist, bin ich nun fest entschlossen, die schwereren unteren Seillängen zu übernehmen. Los geht es mit einer einfachen Reibungsplatte, die ich, ohne weiche Knie zu bekommen, hoch laufen kann. Hier setze ich auch eines der insgesamt 5 oder 6 Placements der gesamten 8 Seillängen. Ein kleines Dach umgehe ich links, wobei ich mir hier ein wenig Mühe geben muss. Dies ist die erste 5.7er Stelle in der Tour. Danach geht es dann leicht weiter entlang dem Rand einer riesigen Schuppe zum ersten Stand. Hier ist es ein wenig voller. Die 3er Seilschaft mit der Anfängerin bricht gerade Ihren Versuch ab und seilt sich wieder ab. Der Gedanke, durch das Gestrüpp wieder runter zu müssen, ist nicht wirklich schön und so werden ein paar scherzhafte, mitleidige Worte gewechselt. Simon ist bereits jetzt auf die nächste Seilschaft aufgelaufen, so dass Simone sich auch noch am Stand befindet. Aber da die Schuppe wirklich groß ist, bleibt auch noch ein Platz für mich. So, das erste Stück ist geschafft und sogar eines der schwereren in der Tour. Wie so oft bei mir, sind damit auch die meisten Zweifel verschwunden. Die Tour ist auch bei weitem nicht so schwer wie alles andere was wir in den Tagen zuvor geklettert haben. So schön es auch ist, mit Simone an einem Stand zu plaudern, ist irgendwann auch der nächste Stand frei für Simon und so beeilt sie sich, Platz zu machen für Thilo und Arne, die schon unten mit den Hufen scharren. In Nullkommanichts ist Arne bei mir. Es gab ja auch nicht viel zu cleanen. In unserer alten Bigwallmanier fixieren wir das Seil, an dem Thilo dann, durch seine Steigklemme gesichert, zu uns hochsteigt. Arne hat damit die Hände frei, mich die nächste Seillänge zu sichern. 
Ebenfalls im Grad 5.7 gibt es auf der Seillänge nur einen Bolt und nur eine weitere Möglichkeit, einen kleinen Friend zu versenken. Mit dem Mut der ersten Seillänge starte ich durch und traversiere was das Zeug hält, bis ich mich dann über einen kleinen Steilaufschwung auf die riesige nahezu strukturlose Platte stemme, die bis zum Ausstieg der Tour reicht. Jetzt nur noch ein paar Meter bis zum Stand. Wieder laufe ich auf die Allgäuer auf, die von langsameren Seilschaften ausgebremst werden. Egal, so bleibt mir Zeit, die Umgebung und die Route zu bewundern. Ab jetzt geht die Tour entlang einer Quarzader, die durch die Gletscher der Eiszeit freigeschliffen wurde und, da sie härter als das umliegende Gestein ist, jetzt wie die Knochen einer Wirbelsäule aus dem glatt polierten Granit als einzige Struktur hervorragen. In der Zwischenzeit ist Arne bei mir angekommen. Mein Vorhaben, ihm eine stressfreie Tour ohne Vorstiege zu ermöglichen und mich so ein wenig für die Nose zu revanchieren, löst sich in Luft auf. Arne ist heiß geworden und will nun auch mal vorsteigen. Gesagt, getan, da Thilo am fixierten Seil selbständig gesichert zu uns aufschließt, brauchen wir nicht viel umzubauen und, da die amerikanischen Seilschaften vor uns eh langsam sind, macht es auch nichts, wenn wir etwas Zeit verlieren. Arne beginnt mit der dritten und letzten anspruchsvolleren Seillänge und quert nach links über eine hohlspiegelartige Platte zu der Quarzader rüber, um dann unter jeder Menge Verzückungslauten zu Simone an den dritten Stand zu klettern.
Ich steige schnell hinterher. Da wieder nur eine Sicherung auf 30m liegt, unterbricht wirklich nichts den Klettergenuss. Nachdem ich über den Hohlspiegel geschlichen bin, greife ich zum ersten Mal diese abstrakte Struktur. Auf geht’s leicht im Grad 5.3 bis 5.5 gerade nach oben. Links und rechts weit und breit kein Tritt und kein Griff, alles, was ich zum Greifen habe, sind diese quaderförmigen Kristalle. Dadurch, dass die Wand geneigt ist, wird daraus eine entspannte Kletterei. Die bösen Gedanken an die 30 m Runouts sind wie weggezaubert. Konzentriert geht es weiter und weiter. Selbst als ich, wieder als Vorsteiger, bei einem der Stände warten muss und dabei ca. 20m über dem letzten Haken stehe, bin ich nicht ängstlich, sondern einfach nur konzentriert. Uns geht es allen so. Kein Wunder, dass diese Tour zu den Klassikern gehört. Nach der 5. oder 6. Seillänge lehnt sich der Fels immer weiter nach vorne. Die Schwierigkeiten nehmen weiter ab. Ohne es richtig zu merken erreichen wir die 8 Seillänge und das Ende der Kletterei. Vom Gipfel jedoch noch keine Spur. Also Seile geschultert und auf geht es die Platten rauf in Richtung Gipfel. Dieses Stück ist fast anstrengender als die Kletterei vorher. Nach 4 Stunden Kletterei stehen wir alle auf Half Dome und essen die letzten Reste der Verpflegung. 
Obwohl wir schon weit im Sommer sind, gibt es immer noch Schneefelder hier oben, Schneeballschlacht einiger Touristen inklusive. Auf der Kuppel tummeln sich von denen jede Menge. Wie es der Zufall will, treffen wir auch unsere Franzosen wieder die gerade aus der Regular North West Face ausgestiegen sind. Wir alle reden begeistert aufeinander ein. Dann robben wir alle noch mal auf dem Bauch an die Kante, um von oben in die Steilwand blicken zu können.
Keine 50m unter uns sehen wir eine Seilschaft auf der Thank God Ledge pausieren. Dort müssten wir uns eigentlich auch mal reinwagen keimt in mir ein Gedanke. Es hilft alles nichts, irgendwann müssen wir uns auf den langen Abstieg über die Touristenroute machen. Als ich den Kabelweg sehe, denke ich, dass das für einen durchschnittlichen Wanderer schon recht grenzwertig ist.
Der Weg ist steiler als man denkt und ich muss mich ganz schön an den Kabeln festhalten, um nicht abzurutschen. Den Handschuhen sei dank, bleibt dabei sogar noch etwas Haut an den Fingern. Wir treffen auch auf einige Leute, die besser wieder runter als weiter rauf gehen sollten. Wie dem auch sei, wie bei der Nose reichen unsere Wasservorräte bis auf den Gipfel, für den Weg runter wird es knapp. Gut gelaunt, aber mit einer Wüste im Mund, beeilen wir uns, die 4 Stunden zum nächsten Trinkwasser zurückzulegen. Irgendwann kommen wir an die Stelle, an der wir den Hauptpfad verlassen haben. Die bald darauf kommenden Duschen durch die Wasserfälle erfrischen zwar äußerlich, der Durst jedoch wird dadurch auch nicht besser.
Unsere Schritte werden schneller, als wir in die Nähe des Brunnens kommen. Wie in einem zweitklassigen Italowestern stürzen wir uns an die Wasserhähne und trinken, bis sich mein Bauch wie eine Wasserbombe anfühlt.
Wesentlich entspannter machen wir uns auf die letzten Kilometer zum Curry Village. Am Auto angekommen, werden erst mal die Handtücher geschnappt, um sich in dem Waschhaus des Village eine warme Dusche zu gönnen. Wie neu geboren, gibt es zur Belohnung für jeden ein Bier. Während wir noch beraten, ob wir uns heute eine Pizza gönnen oder uns wieder Fleisch in rauen Mengen auf den Grill legen sollen, kommt eine junge Frau mit ca. 20 Riesenpizzen auf dem Arm auf uns zu und fragt, ob wir einige davon umsonst haben wollen. Die Frage des Essens war somit geklärt. Es gibt also doch ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Somit findet unser Yosemite Abenteuer mit der Snake Dike ein würdiges Ende. Uns bleibt nur noch, am nächsten Morgen unseren Kram zu packen, die Schmutzklamotten zu waschen, um wieder zivilisationsfähig zu sein und uns auf den Weg nach San Francisco zu Jeff zu begeben. 
In San Francisco verbringen wir einige relaxte Tage und lernen Dank Jeffs Insider-Wissen diese großartige und eher europäisch wirkende Stadt kennen und lieben...
... und am letzten Tag gehen wir nur ein paar Stunden vor unserem Abflug natürlich noch in die Kletterhalle – trotz Felsentzug, kein Ersatz für das Yosemite Valley! 
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